Stand des Hammers

Der Hammer ist der Stand des einfachen Volkes und zugleich der Größte. Er umfasst alle Berufe von Handwerkern, über Händler bis hin zu Gelehrten, wobei praktische Berufe wie Schmied oder Architekt höher angesehen werden als philosophische wie Denker. Wenn auch der niedrigste Stand, so ist es der Hammer, der Izùdinformt. Das gemeine Volk wird mit strengen Gesetzen und harten Strafen bei Ungehorsam niedergehalten. Die Gefahr durch einen Verbrechen oder Aufstand seine Ehre, sowie die der Familie zu verlieren, ist für die Zwerge zu groß. Stattdessen vertiefen sie sich in ihre Arbeit, da jeder Zwerg mit Stolz zeigt, was er für den Großkönig leistet. Die Zwerge von Izùdin leben in hierarchisch strukturierten sozialen Geflechten, in denen jede Person eine bestimmte soziale Rolle innehat und sich gemäß dieser verhalten muss.

Der Grundbaustein aller sozialen Geflechte ist die Familie, die kein einzelnes Oberhaupt hat. Vater und Mutter sind ebenbürtig. Das Verhalten der Eltern bestimmt das moralische Verhalten der Familienmitglieder. Der hierarchischen Ordnung der Familie zufolge bringen jüngere Familienmitglieder den Älteren Respekt und Gehorsam entgegen. Die hierarchisch unter der Schutzherrschaft der höhergestellten Familienmitgliedern stehenden Familienmitglieder bringen diesen Ehre, Respekt und Gehorsam entgegen und erfahren im Gegenzug dafür Liebe, Schutz und Leitfunktion der Familienoberhäupter.

Den Zwergen zufolge birgt jede Stellung in der Gesellschaft Privilegien und Pflichten, sodass ein fest gegliederter Organismus entsteht, der Struktur und Frieden in der Gesellschaft begründet. Folglich ist für das friedliche Zusammenleben der Zwerge in erster Linie notwendig, dass es dem Individuum sowie den Familien gut geht, um darauf aufbauend den Staat in Ordnung zu bringen

Kaufleute

Der Durchschnittszwerg von Izùdin ist nicht arm. Der zunehmende Wohlstand und die Verbesserung des Handels aufgrund der Tunnelverbindungen zwischen den Städten, die die unwegsame Beschaffenheit des Gebirges größtenteils umgehen, und der allgemeine Frieden im Reich ermöglicht es Kaufleuten, wertvolle Güter zu handeln und reich zu werden. Jede Binge bietet aufgrund der unterschiedlichen Rohstoffe andere Waren, was den Handel mit anderen Zwergenstädten anregt. Kaufleute werden belohnt, wenn sie wesentlich zur wirtschaftlichen Leistung beitragen. So ist es für sie möglich, sich beträchtlichen Reichtum anzuhäufen und Grundstücke zu kaufen. Wohnraum ist unter der Erde nicht leicht zu erwerben. Weil sich die Wirtschaft des Großen Reiches fast ausschließlich auf die Produktionsleistung der Minen verlässt, beseitigte die Krone schon zu Gründungszeiten von Schwarzhöhledie schwer lastende Besteuerung von Minenarbeitern und erlegte höhere Steuern auf Kaufleute.

Zünfte

Zünfte bilden ein soziales und ökonomisches System zur Regelung von Rohstofflieferungen, Beschäftigungszahlen, Löhnen, Preisen, Absatzmengen bis hin zur Witwenversorgung. Zünfte umfassen mitunter mehrere Berufsgruppen. Die Zünfte schreiben ihren Mitgliedern zur Sicherung von Qualitäten Produktionsmethoden vor. Dadurch wehren sie zwar Überproduktionen ab, andererseits verhinderten sie die Einführung neuer, produktiverer, eventuell weniger gesundheitsgefährdender Produktionstechniken (zwergischer Konservatismus). Sie garantieren ihren Mitgliedern ein standesgemäßes, also „gerechtes“ Einkommen. Den Verbrauchern ist durch Ausschalten von Preiswettbewerb ein stabiles Preis-Leistungs-Verhältnis garantiert – allerdings auf hohem Preis-Niveau. Die Zünfte kontrollieren in den Städten die Anzahl der Handwerker und Gesellen und legen ihre Regeln schriftlich in obrigkeitlich genehmigten Zunftordnungen fest. Damit werden die Regeln der jeweiligen Handwerksberufe aufgestellt und überwacht, beispielsweise Ausbildungsregeln, Arbeitszeiten, Produktqualität und Preise. Dadurch sichern sie, dass nicht zu viel Konkurrenz innerhalb einer Binge entsteht. Nach innen haben die Zünfte das Recht der Selbstverwaltung, so regeln die Meister ihre Geldangelegenheiten eigenständig, wählen ihre Vorsteher („Älteste“, Altmeister) selbst, können Strafen verhängen und Bußgelder eintreiben, besitzen also gewisse gewerbepolizeiliche Befugnisse.

Minenarbeiter

Das immer tiefere Graben unter der Erde und die Suche nach wertvollen Erzen und Edelsteinen ist für Zwerge so natürlich wie Atmen. In ihrer Kultur ist das Schürfen ein so großer Bestandteil, dass sich eine eigene Subkultur gebildet hat mit vielen verzweigten Berufsbezeichnungen. Alle im Bergbau Beschäftigten werden als Bergmann/Bergfrau oder Minenarbeiter bezeichnet. Dabei beginnt die Ausbildung im Kieselalter als Grubenbursche/Grubenmädel. Anschließend fährt der junge Zwerg als Lehrhauer ein, bevor er zum Bergarbeiter oder Hauer wird. Diese Gruppe wird in Ganghauer, Ortshauer und Doppelhauer unterteilt. Weitere Arbeiter in diesem Bereich sind die Bergmaurer und Zimmerlinge, Bergschmiede, Förderleute und Hilfsarbeiter (ugs. Stollenläufer). Der Anschläger übernimmt die Förderung unten im Schacht, der Stürzer oder Abzieher entleert die Fördergefäße über Tage oder in anderweitig ungenutzten Teilen der Binge. Die einfachen Bergleute unterstehen den Untersteigern und Steigern, wobei der Obersteiger der Vorsteher einer Grube ist. Die Mehrheit der Bergarbeiter sind Männer. Jedoch werden auch schon immer Jungzwerge und Frauen für diese Tätigkeiten eingesetzt, weil sie einerseits billigere Arbeitskräfte sind und andererseits aufgrund ihrer geringeren Körpergröße besser in enge und kleine Stollen einfahren können.

Handwerker

Jede Form des Handwerks wird bei Zwergen geschätzt. Es ist eine Ehre und eine Freude etwas mit seinen Händen zu erschaffen. Das Handwerk nahm schon in frühen Zeiten des Großen Reichs an Umfang rasch zu, besonders die Produktion für militärische Zwecke, bei der es zugleich auf hohe Qualität ankam. Das Heer selbst benötigt zahlreiche Zimmerleute, Waffenschmiede und Techniker. Die meisten handwerklichen Produkte werden in Kleinbetrieben (mazar), in denen die Angehörigen der Familie und oft auch einige Lohnarbeiter arbeiteten, für den lokalen Rahmen produziert. Diese Betriebe oder Handwerker fertigen ihre Waren meist auf Bestellung an. Fast alle Produkte, die in größerer Anzahl produziert wurden, Metallbarren, Keramik, Schmuck, Rüstungen und Waffen, werden mit dem Stempel der Erzeuger oder Betriebe markiert. Obwohl es einige Großbetriebe (mizrîn) gibt, sind die Hauptproduktionsorte immer noch die zahlreichen kleinen Werkstätten. Auch die Waffen für die Legionen mussten lange bei vielen einzelnen Herstellern gekauft werden, erst unter Großkönig Gundur IV entstanden reichseigene Waffenschmieden (mezrêl) größeren Ausmaßes. Die Versorgung der Truppen ist für viele Bereiche der Wirtschaft, wie Handel und Bergbau, ein wichtiger Faktor. Die Kasernen verfügen über eigene Werkstätten für kleinere Arbeiten und Reparaturen.

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