Bekannte Stämme der Freien

Jeder Stamm ist einzigartig. Viele von ihnen verstehen sich vornehmlich auf das Jagen und Sammeln, an der Küste leben Stämme auf Fischen und den Walfang. In den weniger bergigen Regionen leben Einige zusammen mit großen Rentierherden. Manche haben erkannt, dass die Menschen im Süden großes Interesse an den funkelnden Steinen und Erzen haben, die die Zwerge aus ihren Minen spülen und betreiben einen weitgehend friedlichen Tauschhandel, während viele andere grenznahen Stämme besonders häufig Jagdgänge in die Dörfer von Noras unternehmen.

Auch wenn „Stamm“ ein fester Begriff unter den Freien ist, sind die Stämme selbst alles andere als fest zu sehen. Die Hauptprägung ist durch die unterschiedliche Lebensweise zu erklären, die meist einfach an den jeweiligen Ort angepasst ist. Wenn dann eine Gruppe dauerhaft und groß genug ist um von anderen Freien wahrgenommen zu werden, nennt man sie Stamm. So gibt es kleine Stämme die gerade so in diese Kategorie passen wie die Beutegreifer oder große Zusammenschlüsse wie die Flussläufer.

Die Stämme der Freien sind dabei nach Tieren oder Gebieten benannt. Dies ist einerseits auf ihre typischen Jagdgründe, auf typische Beute, oder aber auf eine alte Stammeslegende zurückzuführen.

Bekannt sind unter anderem:

 

Der Weißfederstamm

Dieser Stamm hat sein Heimatgebiet im Landesinneren, zwischen Trollhaupt und dem Bergstrom. Die Weißfedern sind vor allem Jäger, Sammler und Fallensteller, wobei sie auch oft Raubzüge in die Region Trollhaupts unternehmen. Er ist mit etwa 120 Mitgliedern ein mittelgroßer Stamm. Ungefähr die Hälfte davon sind Jäger, der Rest wird gebildet aus Kindern, Alten, und den nichtkämpfenden Stammesmitgliedern. Die Jäger der Weißfedern sind bekannt für ihr Können und ihren Stolz. Gerade deswegen geraten viele von Ihnen immer wieder mit Freien des Wolfspacks aneinander, da man davon überzeugt ist, die besseren Jäger zu stellen.

Außerdem empfinden viele Verachtung für den Stamm der Flussläufer und ihre Art des Jagens (schlichtes Fischen).

Junge Weißfedern werden früh mit der Jagd in Kontakt gebracht. Sobald sie laufen können, helfen sie beim Sammeln, später lernen sie, Kaninchen und Vögel zu jagen. Später folgt größeres Wild. Sobald ein Jäger sein erstes Raubtier erlegt hat, egal ob Wolf, Luchs, Bär oder Schneelöwe, gilt er als vollwertiger Jäger. Die Jäger gehen in der Regel in kleinen Gruppen von drei bis vier Leuten auf die Jagd. Diese Jagdgruppen entwickeln sich über die Zeit zu meisterlichen Jägern, zusammengehalten durch ihre engen Freundschaftsbande.

Viele der Weißfedern sprachen sich bei der großen Versammlung nach dem Friedenschluss in Falkenstayn (1063) für den Frieden mit dem Süden aus. Allerdings nicht aus einem friedlichen Optimismus heraus, sondern schlichtweg, weil weiteres jahrelanges Blutvergießen zwischen den Stämmen und Noras zu viele Opfer unter den Freien fordern würde.

Man weiß nicht viel über die Gepflogenheiten der Sesshaften, doch man weiß, dass sie ihre Regeln sehr ernst nehmen. Viele Weißfedern wollen nun genauer lernen, wie diese Regeln lauten, und was auf sie zukommt, wenn man weiter nach Süden wandert.

Der Name des Stammes lässt sich auf eine alte Legende zurückführen. Der Jäger Aleif geriet einst während der Jagd in einen heftigen Schneesturm und war dem Tode nahe. In dem Sturm erblickte er die Umrisse eines Vogels, der trotz des eisigen Windes noch nicht erfroren war. Aleif folgte dem Vogel und fand eine Höhle, die Zuflucht vor dem Sturm bot. In der Höhle fand er ein Nest aus weißen Federn, aber keinen Vogel. Er legte sich auf dem Nest schlafen und am nächsten Morgen war der Sturm vorüber. Aleif nahm eine Feder mit sich, um sich für immer an den Vogel zu erinnern, der ihn gerettet hatte.

 

Die Eislauerer

Kein anderer Stamm lebt so weit im Norden und so abgeschieden. Selbst andere Freien bekommen sie selten zu Gesicht, da ihre Mitglieder auch nur selten zur großen Versammlung erscheinen.

Ihre Jagdgründe liegen an der Westküste , dort wo kein Baum mehr wächst und nur ewiger Schnee wartet. Die Eislauerer sind für ihre beinahe übermenschliche Geduld und Selbstkontrolle bekannt. Sie verharren oft stundenlang regungslos an Löchern im Packeis und lauern dort den Robben auf, die zum Luftholen auftauchen.

Nur im Sommer, wenn die Walrösser zu hunderten zur Paarungszeit an die Küste kommen, zeigen die Eislauerer ein anderes Gesicht. Dann legen die Jäger ihre weißen Felle ab, suchen sich den größten Walrossbullen, den sie finden können, und stellen sich ihm zum Kampf. Erfolgreiche Jäger der Eislauerer tragen kunstvoll verzierte Messer und Harpunen aus dem Elfenbein bezwungener Walrösser. Neben der Geduld und der Verschwiegenheit sagt man den Eislauerern häufig eine große Nähe zu den Geistern nach. So kommen bei der Jagd auch Methoden der Meditation zum Einsatz.

 

Die Wogenjäger 

Die Wogenjäger sind wohl der Stamm der Freien, den man am ehesten als Sesshaft bezeichnen kann. Sie besiedeln die raue Ostküste und bauen dort ihre Zelte aus Treibholz, Fellen, den Knochen von Walen und anderen Kreaturen des Meeres.

Von ihren Küstendörfern aus befahren die Wogenjäger das Meer in ihren Kanus.

Sie fangen vor allem Fische in Küstennähe, doch regelmäßig brechen sie in größerer Formation auf in tiefere Gewässer um auf Waljagd zu gehen.

Erst dort draußen, fernab der Küste, fühlen sie sich wahrlich frei. Draußen auf dem Meer ist die Macht der Natur deutlicher spürbar als auf dem Land. Hier draußen kann man sich mit dem Wind und den Wellen messen, und wer sich von dem Sturm leiten lässt, statt ihn zu bekämpfen, kann das Alles näher spüren als irgendwo sonst.

Viele Mitglieder dieses Stammes haben nicht viel übrig für Feinheiten der Diplomatie oder die Geduld, abzuwarten. Sie stürmen viel lieber der Gefahr mit dem Kopf voran entgegen, ganz egal ob Wal, Sturm, oder ein Schiff der Norasier.

 

Das Wolfspack 

Beim Wolfspack handelt es sich um einen der gefürchtetsten und wildesten Stämme der Freien. „Die Wölfe“ ziehen zwar durch das gesamte Gebirge, sind jedoch meistens im östlichen Bereich nahe Trollhaupt und dem Dalen åf Søen anzutreffen. Das Wolfspack besteht zum großen Teil aus Jägern. Sie gelten als äußerst geschickt und sehr temperamentvoll. Wenn es darum geht, das Alles zu verteidigen, ist das Wolfspack mit großer Leidenschaft dabei – oft auch über das übliche Maß hinaus. Mäßigung und Rücksichtnahme findet man selten bei den Wölfen. Es handelt sich schließlich um einen der Stämme, die mancher Sesshafte als Fanatiker bezeichnen würde. Damit ist vor allem gemeint, dass das Wolfspack bei ihren Vorstellungen wesentlich stärker in die Extreme geht, als andere Stämme der Freien und bei Jagdgängen (Überfällen) auf die verweichlichten Norasier oft an erster Stelle streiten. Daher ist es kein Wunder, dass sich fast Mitglieder alle des Wolfspacks gegen das Friedensabkommen gestellt haben.

Die meisten Freien versuchen dem Wolfspack, das durchaus eigenbrötlerisch ist, eher aus dem Weg zu gehen. Denn: wer im selben Gebiet jagt, findet sich schnell in einer blutigen Auseinandersetzung wieder. Auch daran mag es liegen, dass das Wolfspack einer der kleinsten Stämme ist. Ein ewiger Dorn im Auge vieler der Wölfe sind die Weißfedern – solange sich die Alten erinnern können herrscht ein Wettstreit darum, welches der bessere Jägerstamm sei . Schon mehr als einmal kamen sich beide Stämme in Jagdgebieten in die Quere und bekämpfen sich untereinander.

Einen Platz im Rudel muss man sich verdienen und erstreiten. Nur, wer sein erstes Raubtier erlegt, ist ein vollständig akzeptiertes Mitglied des Packs. Was zählt, ist der Weg, den man im Leben beschreitet: aufrecht, stolz und immer an den Grenzen des Möglichen. Die Norasianer werden vom Pack wie Wild angesehen. Mit ihnen wird nicht verhandelt, sie werden gejagt.

Wie die Tiere jagt auch das Wolfspack stets im Rudel. Das Leben in Jagdgruppen von fünf bis sieben Freien sind für das Wolfspack normal. Ihrer eigenen Legende nach hat die erste Freie des Stammes einige Jahre lang mit Wölfen gelebt und gejagt. Nicht selten scherzen die Mitglieder des Wolfspacks darüber, dass es nicht sicher sei, ob sie von den Wölfen das Jagen erlernte, oder ob sie es ihnen beigebracht hat.

 

Die Beutegreifer

Über die Beutegreifer ist nur wenig bekannt. Ob es sich hierbei um einen Stamm oder nur einen Zusammenschluss einiger weniger handelt, die stetig umher ziehen, ist unklar. Sie halten sich von den Versammlungen fern und ziehen stets ihrer eigenen Wege. Andere Stämme werden gemieden. Jedenfalls zu einem gewissen Grad. Denn die Beutegreifer gelten als äußerst listig, verschlagen und trickreich. Ihr Vorgehen ist so simpel wie effektiv: Mache den Jäger zum Gejagten. Zahlreiche Jäger sind schon in Hinterhalte der Beutegreifer geraten und haben sogleich ihr mühsam erbeutetes Wild verloren.

Diesem Umstand verdanken die Beutegreifer ihren Namen. Es gibt wahrscheinlich keinen Stamm unter den Freien, der sich derartig auf das Lesen und Verwischen von Spuren verstehen dürfte, wie es die Beutegreifer tun.

 

Unbekannte Stämme

Neben den genannten Stämmen gibt es vermutlich noch einige Weitere, die jedoch nicht bekannt sind. Mangelnde Aufzeichnungen unter den Freien machen es außerdem unmöglich mit Sicherheit zu wissen, welche Stämme es vielleicht noch in der Vergangenheit gab. Manche der Ältesten kennen allerdings Geschichten über verlorene Stämme, und die Schamanen sind durchaus bemüht diesen Geschichten zu lauschen und sie untereinander auszutauschen.
Namentlich bekannt ist beispielsweise der Stamm der Eislöwen, über den jedoch nichts weiteres bekannt ist.

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