Die Schöpfungsgeschichte des Alten Glaubens

Der Einfachheit halber erst in tabellarischer Form, untenstehend dann der Volltext zum besseren Verständnis und zwecks IT-Einblick.


Belenor und Heled erwachen in der Finsternis des Nichts (Tómarúm), in dem nichts existiert als Dunkelheit und Schatten.
Die Göttereltern bemerken die Anwesenheit schemenhafter Schatten, die nach ihnen greifen & sich an ihrer Angst nähren.
Mit den göttlichen Artefakten vertreiben Belenor und Heled die Schatten, die fortan im ewigen Streit mit Belenor liegen.
Aus dem Chaos des Nichts erschaffen Belenor und Heled die Welt. Um die Leere zu füllen, zeugten sie die Götterkinder und teilten ihnen Aufgaben zu.
Ihnen zu dienen, erschuf Belenor die Tiere, Pflanzen, Berge, Ebenen, Meere & Wälder. Heled hauchte allem Lebendigen Leben ein.
Beara und Bearon (Zwillingskinder des Belenor und der Heled) sahen, dass das Werk noch nicht vollendet war, und zeugten eigene Kinder – die niederen Götter.
Zusätzlich erschufen sie den Menschen, der als Gleichnis für die Götter auf der Erde herrschen sollte.
Für den Frevel, als einzige Kinder der Göttereltern selbst Leben geschaffen zu haben, verbannte Belenor sie in Gestalt von Sonne und Mond an den Himmel, auf dass sie sich nie wieder begegnen sollten. Heled hatte Erbarmen und schenkte ihnen die Stunden der Tag/Nachtgleiche.
Um die Menschen zu strafen, schickte Belenor die Göttin des Krieges unter sie – diese jedoch empfand bald Respekt für die Schöpfung Bearas und Bearons.
Auch andere Götterkinder tolerierten sie und machten ihnen sogar Geschenke.
Belenor sah dies und räumte jenen, die ehrenvoll und gottgefällig leben und sterben, die Aussicht ein, an seiner Seite in der Ewigkeit gegen die Schatten zu kämpfen und in seiner goldenen Halle zu wohnen – den ehrlosen und verdorbenen drohte jedoch fortan der Sturz in das Nichts und die Dunkelheit.
Auch die Schatten des Nichts sahen die Menschen und beschlossen, die Schöpfung der Götter zu vernichten.
Sie beeinflussen die Schwachen und bekehren sie zu ihren Dienern – doch jeder Mensch trägt etwas Dunkles in sich, gegen das er sich wappnen muss.
Seither sind die Menschen vor dem Anbruch der „dunklen Zeit“ gewarnt, in der die Schatten erstarken und ihren Platz am Himmel zurückfordern werden.

Auszug aus der Enzyklopädie „Die Sagen der Schöpfung & Die Dunkle Zeit“, zusammengetragen von Sven Hrothgarson im Jahre 21 nach der Landung

„(…) Und so geschah es, dass Belenor und Heled, Vater und Mutter aller Götter, die Augen aufschlugen und sich des Tómarúm, des Nichts, bewusst wurden, in dem sie Zeitalter lang trieben, wie ein vergessen Schiff auf tosender See. Und sie bemerkten, dass sie nicht allein waren – formlose Schemen umkreisten sie und fassten nach ihren Gliedern, labten sich an ihrer Angst. Denn Belenor und Heled hatten Angst, denn sie wussten ja nicht, was dort hauste in Tómarúm. So war es Heled, die ihren Mut fand und mit Jaro, dem Licht der Sterne, zwischen dem kein Schatten zu wandeln vermag, die Dunkelheit vertrieb. Und so sie die Schatten nun sahen, die Vondur, die geblendet vom göttlichen Licht ihr Antlitz verbargen, so zog Belenor sein Schwert Sverô und zerschlug sie alle, bis auf wenige, die sich seither in der Dunkelheit verbergen. Und immerdar hält der Göttervater sie mit starkem Arm in ewigem Streit vom Lichte der Schöpfung fern. So danken wir ihm für seine Stärke.

Aus dem Chaos des Tómarúm geboren ward nun die Welt, geschaffen von Belenor und Heled in Harmonie und Ordnung. Während Belenor die Berge und Ebenen, die Tiere und Pflanzen, die Meere und Wälder schuf, hauchte Heled allem Lebendigem einen Geist ein. Um die Welt nun zu füllen und um sich den Himmel untertan zu machen, zeugten sie ihre Kinder, die großen Götter neben Belenor und Heled. (…) Ihren Kindern dachten sie nun die Aufgaben zu, die seither gewissenvoll von den Göttern des Winters, des Sommers, des Meeres, des Windes, der Erde und des Waldes erfüllt werden. Und dafür danken wir ihnen.

Drei Kinder jedoch waren anders als die übrigen. Beara und Bearon, das Zwillingspaar, sah die Welt wie sie von ihren Eltern erschaffen wurde, und fanden sie unvollendet. In ihrer Liebe zueinander zeugten auch sie Kinder – die niederen Götter – und dachten auch ihnen Aufgaben zu. So ward der Gott des Herdfeuers, die Göttin der Fruchtbarkeit, die Göttin der Jagd und viele weitere geboren. Doch Beara und Bearon waren noch immer nicht zufrieden. Und so schufen sie die Menschen, auf Erden so zu herrschen, wie es die Götter im Himmel tun – und ihre Schöpfer so zu ehren. Und dafür danken wir ihnen. Doch als Belenor dies sah, geriet er in Zorn. Und für den Frevel, es in der Schöpfung dem Göttervater und der Göttermutter gleichgetan zu haben, verbannte er Beara und Bearon in Gestalt von Sonne und Mond an das Firmament, auf dass sie sich nie wieder begegnen mögen, um ihr Sakrileg zu wiederholen. Doch ist es der Mütter Eigenschaft, ein weiches Herz zu haben. So zeigte Heled Gnade und gewährte ihren Kindern wenigstens die Stunden der Tag- und Nachtgleiche, in denen sie fortan beieinander sein dürfen.

Doch soviel Gnade die Mutter zeigte, so sehr wallte der Zorn im Herzen des Vaters. Und so schickte er seine Tochter Rhiannon, den Krieg und die Zwietracht unter die niederen Götter und die Menschen zu sähen. Und Rhiannon sah ihr Werk und war zufrieden. Bruder erschlug Bruder, Schwester verriet Schwester und jene, die zu schützen schworen, vergingen sich an den Schwachen. Doch war dies nicht das Ende. Der Dunkelheit und Tyrannei dieses Zeitalters entstiegen Helden, deren Herzen nicht vergiftet worden waren. Und sie kämpften weiter für die Ordnung der alten Tage. Rhiannon sah dies und konnte nicht umhin, diese Stärke zu achten. So schenkte sie den Menschen auch die Hoffnung, in einem aufrechten und wahrhaftigen Leben ihre Gunst zu erlangen – und so nahm sie das Joch von den Kindern Bearas und Bearons. Marha, in ihrer Güte, labte die Menschen an ihren Fischen. Und auch Rhenijr, der Letztgeborene Sohn Belenors und Heleds, erbarmte sich unser. Er machte den Menschen das Feuer zum Geschenk.

In diesen Tagen zeigte sich auch, dass in Belenors Herz die Weisheit und die gerechte Gnade über den willkürlichen Zorn herrscht. Denn jenen, die ehrenvoll und gottgefällig lebten und starben, räumte er das Recht ein, an seiner Seite die immerwährende Schlacht gegen die Vondur zu schlagen und in seiner goldenen Halle ewiges Leben zu finden. Und auch dafür danken wir ihm.

(…) und den Ehrlosen und Verdorbenen droht fortan der Sturz in die Dunkelheit Tómarúms, wo ihre Furcht zur Nahrung der Vondur, den gestaltlosen Schatten, wird. So fürchtet euch nicht vor dem Tode, sage ich! Tretet ihm mit Stolz entgegen und freuet euch auf den Glanz der goldenen Hallen, wo die Tapferen ewig leben!

(…) Doch in dieser Zeit der Erlösung begann auch das Leid seine Wurzeln in unserer Welt zu schlagen. Denn so wie die Götter die Menschen akzeptierten und schützten, so wurden sich auch die Vondur unserer gewahr. Nachdem sie über die Jahrhunderte und Jahrtausende begreifen mussten, dass die Klinge Belenors unüberwindbar war, besonnen sie sich darauf, seine Schöpfung zu zerstören – und dafür benutzten sie uns, die Menschen. Dazu müsst ihr, meine Brüder und Schwestern, wissen, dass die Vondur – obgleich ohne Gestalt und verdorben – doch eine Stimme besitzen, die in den Ohren der Sterblichen nur allzu süß klingen mag. Voller Hinterlist verführten die Schatten erst die Schwächsten unter uns und machten sie sich untertan, fortan ihr Werk zu verrichten und die Schöpfung der Götter zu zerstören. Und so begann das Herannahen der Dunklen Zeit, Dómsdagur. Denn auch die Edelsten unter den Sterblichen besitzen doch alle einen versteckten, dunklen Ort in sich, in dem der Samen der Vondur gedeihen kann. Und oh Weh – so viele waren ihnen verfallen.

So ergebt euch nie der Arroganz, ihr wäret unantastbar für die Dunkelheit – denn bessere und reinere als ihr es seid, wurden bereits von der Düsternis verschlungen. Doch auch verzweifeln sollt ihr nicht! Denn das göttliche Licht des Vaters und der Mutter brennt auch in euch – und an euch ist es, es zu schüren! Denn kein Schatten kann wandeln im Lichte Jaros, des Kleinods Heleds. Und Tag und Nacht stehen Beara und Bearon am Firmament, um zu wachen über ihre Kinder. So wappnet euch – und achtet auf die Zeichen Dómsdagurs, die euch die Priester und Götterdiener lehren:

Wenn Chaos und Unzucht herrschen. Wenn Wahnsinn Besitz ergreift von eines vernünft’gen Verstandes. Wenn der schwarze Tod euch heimsucht. Wenn Krankheiten des Geistes offenkundig werden. Wenn Wiedergänger unter den Lebenden gehen. Wenn Aufhocker und anderes Gezücht arglose Reisende befallen. Wenn sich eure Lieben abkehren vom gottgefälligen Weg

Und setzt ihr Leben in die Welt, so lasst das kleine Bündel in der selben Stunde im Lichte der Götter segnen, auf dass es im Mantel des Glaubens gekleidet sei. Tut ihr dies nicht, so bietet ihr sein kleines Licht den Vondur als Speis‘ an.

Dies alles sind Zeichen Dómsdagurs, der Dunklen Zeit, die kommen mag, am Ende aller Tage (…). So seien die Götter stets mit uns. So steht es geschrieben.(…)“

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