Tempel der Rhiannon

Stichworte: Ehre, Kampf, Prüfungen, Krieg, Hoffnung
Beinamen: Die Schwertmaid, die ehrenhafte Ritterin, die Henkerin (im Norden), Rhiannon Hoffnungsschimmer
Heiliges Tier: Luchs
Heiliger Edelstein: Obsidian (oftmals in Form einer Klinge geschliffen)
Farben: Purpur
Wunderkräfte der Priester: Ehrenhaftes Duell (keine Betrug oder Einmischung von außen), Schmerzloser letzter Hieb (vor allem im Norden verbreitet), Rhiannons Schlachtruf (Hoffnung und Moral), Rhiannons Entschlossenheit (Schmerz im Kampf ignorieren)
Symbole: einzelnes Schwert (Norden), gekreuztes Schwert (Süden)

Dogma

Im Norden
Ehre ist mit dem, der seine Pflicht tut, selbst wenn sie Grausamkeit erfordert.

Im Süden
Ehre ist mit dem, der im Kampf seine Pflicht tut.
Ehre ist mit dem, der Mut beweist.
Ehre ist mit dem Krieger, der den Feind bekämpft.

Leitsätze

Bemühe dich deinen Feind schnell und schmerzlos zur Strecke zu bringen. Du bist Krieger und Henker, kein Folterknecht.(eher im Norden)

Selbst dein ärgster Feind, verdient soviel Respekt zu erfahren gegen wen er streitet. Die Geschichten über deine Taten sind deine Herolde, Bescheidenheit ist nur eine Methode den Gegner und die Göttin selbst zu belügen und zu beschämen. (eher im Süden)

Jeder Kampf, selbst einer welcher der Übung dient, ist ein Gebet. Gehe mit dem entsprechenden Ernst an die Sache.

Sieh alles Schlechte im Leben als eine Herausforderung und Prüfung an. Es ist einzig an dir, wie gut du sie bestehst.

Dein Platz ist nicht der des Wächters. Bringe den Kampf zum Feind, anstatt auf ihn zu warten.

Nebengötter und Heilige

Caran, ein Sohn von Rhiannon. Der stolze Kämpfer ist vor allem ein Wächter und verteidigt treu die Ordnung der Welt gegen alle Finsternis. Er ist nicht der, der in die Schlacht zieht, sondern der, der Wache hält am Tor zur Finsternis. Sein dreifach gezacktes Flammenschwert ist die Waffe, mit der er die Dämonen zurückhält. Sein Fall, so heißt es, wird den Fall der Ordnung der Welt einleiten. Es ist das letzte Zeichen, dass Dómsdagur begonnen hat.
Im Rhiannon-Glauben wird er (oftmals gemeinsam mit Rhenjir) als Wächter oder Bewacher bezeichnet – eine Position die für die meisten Rhiannongläubigen eher mit Mitleid als mit Respekt erfüllt.

Ritterin Asbirg Katlasdottir von Utgard ist eine Heilige Rhiannons und Reformerin des Rhiannon-Tempels, die während des Bürgerkriegs von 801 wirkte. Die Umstände ihrer Geburt und ihrer Jugend sind unbekannt. In der Rhiannonkirche geht man allerdings davon aus, dass sie aus einem der entehrten Adelshäuser stammte. Sie griff als Einzelkämpferin stets auf der unterlegenen Seite von Schlachten ein und wurde mit Ihrer herausragenden Kampfkunst schnell bekannt. Ihr Auftreten wurde stets ein Sinnbild von sowohl Angst, wie auch Hoffnung der Kämpfenden und ihre aus der Schlachtfeldmitte laut gerufenen Gebete spornten sowohl Feind wie auch Freund zu herausragenden Taten, aber auch zur Gewähr von Gnade an. Nach dem Ende des Krieges erklärte sie sich selbst zur ersten Ritterin der Rhiannonkirche und lud all Ihre politischen Gegner ein, sich im Duell zu beweisen.

Der Rest ihres Lebens war der Reform des alten eher als krude angesehenen Rhiannon-Tempel der Bestrafer und Henker zum heutigen Rhiannon-Tempel der Ritter gewidmet, ein Kurs, den sie bis ins hohe Alter persönlich in unzähligen Duellen als von Rhiannon gesegnet bewies.

Gläubige

Vom eher wilden Streiter im hohen Norden aus Trollhaupt bis zum minnesingenden Ritter im Süden in den Weiten von Sonnvald betet man zu Rhiannon, wenn man in die Schlacht zieht. Ihre Gläubigen sind vor allem Krieger, welche mit Stolz genau das als ihre Profession angeben. Soldaten der stehenden Heere, Ritter, aber auch Henker weit im Norden, jeder der für die Götter Blut vergießt kann sich Ehre und ihre Zuwendung verdienen.

Im Vergleich zu anderen Tempeln ist die Zahl von Laienanhängern und Ordensmitgliedern höher, vor allem in Sonnvald, wo die Mitgliedschaft in mehreren Orden Rhiannons für den Adel zum guten Ton gehört. Diese Orden sind unterschiedlichst aufgebaut und reichen von Interessenvereinigungen bishin zu in Stahl gekleidete Ritterorden.
Unter den vielen Orden ist der größte und wohl von außenstehenden als am merkwürdigsten gesehene Orden der „Laienorden der Rhiannongefälligen Chronisten“. Er besteht nicht aus Kriegern im eigentlichen Sinne, obwohl jedes Mitglied an der Waffe geübt und erporbt ist, sondern aus Schreibern, deren Aufgabe es ist heldenhafte und kämpferisch herausragende Taten niederzuschreiben und zu katalogisieren. Die große Chronik, eine Bibliothek in der Königsstadt Noras, welche auch als Hauptsitz des Ordens dient, gilt als umfassenste historische Sammlung im ganzen Königreich.

Riten und Liturgien

Die Liturgien und Gebete Rhiannons zeichnen sich stets durch ein gemeinsames Merkmal aus: im Vergleich zu vielen Ritualen anderer Tempel werden sie regelrecht gebrüllt. Das liegt weniger an der recht groben Art des Tempel, sondern mehr daran, dass viele der Gebete fürs Schlachtfeld bestimmt sind, wo sie jeder hören soll.

Ehrenhaftes Duell
Diese vor allem im Süden bekannte Liturgie dient als Duellvorbereitung. Der Priester gibt die bisherigen Heldentaten der Kontrahenten bekannt und bittet Rhiannon dem Duell beizuwohnen. So Rhiannon auch nur einen der Duellanten als würdig erachtet, verhindert sie den Einsatz von Betrügereien. Gift zum Beispiel verliert seine Wirkung, Eingriffe von außen versagen auf unterschiedlichste Weise oder solcherlei. Nicht verhindert werden kämpferische Finten oder Tricksereien, solange sie von einem der Duellanten ausgehen, wie der alte „he ist das dort deine Gefährtin mit dem Stallburschen?“ Trick.

Segnungen in Schlachten
Rhiannonpriester sind oft in Schlachten und Kämpfe aller Art verwickelt und segnen eifrig alle Kämpfer mit Rhiannons Beistand. Diese Segen lassen den Schwertarm langsamer ermüden und heben die Hoffnung und den Kampfeswillen der gesegneten. Doch wehe dem, der sich jene Wunderkräfte in Auseinandersetzungen zwischen Gläubigen zu nutze machen will: Rhiannon steht allen Gläubigen bei und kein Geweihter Priester Rhiannons würde die Schande auf sich laden ihren Segen nur einer Seite zukommen zu lassen.

Struktur des Rhiannon-Tempel

Der Tempel der Rhiannon ist für Außenstehende oftmals ein Rätsel. Auf den ersten Blick wirkt der Tempel extrem hierarchisch, ähnlich dem Tempel des Belenor, wobei die Hierarchie auf Heldentaten zu beruhen scheint. Doch manchmal, wie aus dem nichts, stellen sich zwei Rhiannon-Priester einem Duell, dass alles umzuwerfen scheint.
So kann es passieren, dass zwei Priester einer Seite im Krieg beistehen und vom untergeordneten Priester nie ein Widerwort zu hören ist, nur um nach einem kurzen heftigen Duell zwischen den Beiden die Sache ins Gegenteil zu verkehren, sowohl wer die Befehle gibt, als auch welche Seite sie unterstützen. Dabei kämpfen sie mit der gleichen Hingabe und Entschlossenheit wie zuvor.
Wie die Priester zur Erkenntnis kommen, dass ein solches Duell notwendig ist, vermag kaum jemand zu sagen. Die Priester selbst sprechen in solchen Fällen davon, dass Rhiannon selbst sie prüft.
Von jener Besonderheit abgesehen hat jede Grafschaft einen oder eine Marschallin Rhiannons, welche die Geschicke des Tempels im entsprechenden Gebiet lenkt. Dies gilt nicht für die Grafschaften Galen und Falkenstayn, welche sich den prestigeträchtigen Marschall der Grenzlande teilen. Den ganzen Tempel betreffende Angelegenheiten werden bei Treffen der Marschalle besprochen und geklärt (letzteres ist nicht selten mit Duellen zwischen den Marschallen verbunden).

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