Tempel der Heled

Stichworte: Die Mutter aller Götter, Fürsorge, Heilung, Barmherzigkeit, Schutz der Wehrlosen
Beinamen: Göttinmutter
Heiliges Tier: Der Schwan
Heiliger Edelstein: Seraphinit (Ein Stein der aussieht, als wäre schillerndes Gefieder in ihm eingeschlossen)
Farben: Weiß und Grau
Wunderkräfte der Priester: Heilung (Körper UND Geist), Schutz Wehrloser (Kinder, Kranker und Gebrechlicher, schwangerer Frauen…), Wahrheit
Symbole: Drei Schwäne im Flug, Schwan mit ausgebreiteten Schwingen

Dogma

„Alles was ich an dir tue, tue ich aus Liebe, mein Kind. Folgst du nicht meiner Führung, so werde ich dich treiben. Auf das du erkennen magst, dass der dir bestimmte Weg der rechte ist.“

Leitsätze

Nur wer Güte zeigt, wird Güte erfahren.

Die Mutter ist Güte. Doch hüte dich, sie zu verraten.

Folge den Sonnentänzern, willst du das große Geheimnis kennen.

Nebengötter und Heilige

Ailbhe [ÄL-wa / ÄL-wje, die Weiße] gilt als die erste Dienerin (heute würde man sie Priesterin nennen) der Göttinmutter. Sie kam vor vielen Generationen über das Meer in die Gegend der Grafschaft Falkenstayn, zur Zeit als dort noch die Nomaden in großer Zahl lebten und sich die ersten der heutigen Falkenstayner ansiedelten.
Ailbhe vernahm den Ruf der Göttinmutter auf der Überfahrt nach Noras und versprach ihr zu dienen, sollte sie den Boden der neuen Heimat betreten. Im Laufe der Zeit nahm sie sich der Ausgestoßenen an. Sie leistete den Gebärenden Beistand und pflegte die Alten die ohne Familie waren.
Sie soll ein Mal derart in Rage geraten sein als eine Alte – die zu Unrecht bezichtigt wurde, eine bösen Bezauberung gewirkt zu haben – gefoltert wurde, dass ihren Peinigern vor Angst vor Ailbhes Wut augenblicklich das Herz stehen blieb.
Viele schlossen sich dieser fürsorglichen, gerechten und gütigen Frau an und sie begründeten mit ihr den noch heute existierenden Sitz des Tempels der Heled in Noras.
Ailbhe selbst gebar eine Tochter, deren Vater unbekannt blieb. Über sie gibt es bisher keine bekannten Überlieferungen.

Gläubige

Die Heled-Gläubigen verehren die Göttinmutter als Schöpferin aller Bewohner in Noras und als Hüterin der Familie und besonders der Kinder. Die Segnung ihrer Kinder und die für die Sterbenden, die in den Schoß der Mutter zurückkehren, ist den Gläubigen immens wichtig, denn sie glauben, dass er beiden den Weg weist. Regelmäßig geben gläubige Eltern die Mädchen und gelegentlich auch Jungen zur Unterweisung für die Priesterschaft in die fürsorglichen Hände des Konvents darüber hinaus finden nicht wenige der Jungen finden ihren Weg in die Reihen der Mystiker des Ordens. Ein Kind im Tempel der Heled gilt als der größte Stolz einer Familie. Auch das Herrschergeschlecht gab Töchter in die Obhut des Konvents, deren Matriachinnen traditionell dem König, den Großjarls und den Jarls beratend zur Seite stehen, so von diesen gewünscht.

Riten und Liturgien

Regelmäßig finden Messen zu Ehren der Göttinmutter und zur Spende ihres schützenden Segens in der Hauptstadt Noras statt. In anderen Teilen des Königreichs sind diese aufgrund der abnehmenden Reisetätigkeit der Priesterschaft unregelmäßig und um so ersehnter durch die Gläubigen.
Bei der Geburt eines neuen Herrschers sind stets alle drei Töchter der Mutter anwesend, um Mutter und Kind den besonderen Segen der Heled zu spenden. Dies ist einer der seltenen Anlässe, in dem alle drei Matriarchinnen gemeinsam auftreten. Ein weiterer ist das Fest des Wiedererwachens der Sonne aus ihrem Schlaf am Ende des Winters am 21. Tag des letzten Monats im Jahreslauf.

Struktur des Heled-Tempels

Anders als manch anderer Tempel hat der Tempel der Heled drei gleichrangige Oberhäupter, die als Töchter der Mutter bezeichnet werden. Diese drei bilden eine untrennbare Einheit, die mit einer Stimme den Willen der Heled (den alle drei Töchter gleichermaßen von ihr empfangen) verkünden. Sie sind die Mittlerinnen zwischen der Göttinmutter und den Menschen und ihre Weisungen sind bindend. Sie werden zur Verkündung an die wachsame Schwester weitergegeben. Gewöhnlich wird eine Matriarchin nur ersetzt, sollte sie versterben oder körperlich zu gebrechlich für die Ausübung ihres Amtes sein (letzteres kam bisher noch nicht vor). Daraus ergibt sich, dass das Lebensalter der Drei sich teilweise stark voneinander unterscheidet, was durchaus gewollt ist.
Sollte eine der drei Töchter der Mutter aus dem Amt scheiden, so wird sie durch eine zuvor ermittelte Nachfolgerin ersetzt, die über Jahre im Konvent auf ihre Aufgabe vorbereitet wird. Die Ermittlung der Nachfolgerin verläuft dabei immer gleich: in ganz Noras wird eine direkte Nachfahrin der Ailbhe gesucht. Da über Ailbhes Tochter nichts bekannt ist, werden alle Mädchen, die durch unterschiedliche, nicht erlern- und erklärbare Fähigkeiten aufgefallen sind unterschiedenen Prüfungen unterzogen. Diese kann nur ein direkter Nachkomme der Ailbhe bestehen.

Mittlerin zwischen den Töchtern und den Laien (also nicht-Klerikern, nicht-Ordensmitgliedern) ist die wachsame Schwester, die den Willen der Drei (und damit natürlich den der Heled) verkündet und den weltlichen Herrschern beratend zur Seite steht.Böse Zungen behaupten, sie sei das eigentliche Oberhaupt des Tempels.
Der wachsamen Schwester sind alle Priesterinnen und Priester unterstellt und diesen wiederum die Novizinnen. Jedem Konvent und der dort anwesenden Priesterschaft steht eine Äbtissin vor, die dessen Belange auch im weltlichen Bereich regelt.
Alle Priesterinnen und Priester haben die selben Befugnisse, Pflichten und Rechte in der Ausübung ihres Amtes. Sie folgen dabei stets den Weisungen der wachsamen Schwester, denn der Wille der Töchter der Mutter, den sie verkündet ist bindend und nicht infrage zu stellen oder auszulegen, denn sie spricht stets klar.
Der Priesterschaft ist es erlaubt Ehen einzugehen und Kinder zu zeugen- das Ziel der Verbindung von Mann und Frau ist die Erschaffung neuen Lebens und gilt somit als heilig. Grundsätzlich gilt immer: die Götter führen die Menschen in Liebe zusammen und dem Menschen steht es nicht zu über diese Verbindung zu urteilen.

Die Priesterinnen und Priester bereisten bisher ganz Noras und wagten sich gelegentlich über dessen Grenzen hinaus. Durch die kriegerischen Auseinandersetzungen in jüngerer Zeit, bewegen sich jedoch nur sehr wenige Priesterinnen außerhalb der Hauptstadt und begeben sich auf Wanderschaft. Als Konsequenz werden nun Dependancen des Klosters von Noras gegründet, so dass zukünftig Anlaufstellen für alle Gläubigen nahe großer und mittlerer Städte geschaffen werden können. Neugründungen außerhalb des Landes sind für die Töchter der Mutter ebenfalls vorstellbar.
Neben der Priesterschaft, deren Ämter überwiegend aber nicht nur von Frauen bekleidet werden, gibt es noch einen gemischten Orden innerhalb des Tempels, der aus den Mystikern der Kirche der Heled besteht. Die Mitglieder des Ordens werden „Sonnentänzer“ genannt, weshalb das Symbol dieses Ordens die Biene oder ein Bienenkorb umschwärmt von Bienen ist. Sie befassen sich mit der Interpretation und Auslegung der schriftlichen Überlieferungen des Tempels, so wie dem Verfassen neuer Schriften. Im Orden der Schwingen leben Männer und Frauen gemeinsam, alle haben sich hier jedoch einem Leben ohne (Liebes-)Beziehungen verpflichtet, da dies ihrem Verständnis gemäß Kräfte bindet, die sie zur Ergründung der Mysterien der Welt benötigen. Ein Kind unter der Obhut der Sonnentänzer aufwachsen zu lassen verschafft einer Familie ungeachtet ihres Standes ein besonders hohes Ansehen.

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